Gumpoldskirchen – oder wo sich Rotgipfler und Zierfandler gute Nacht sagen

Das Weingut Krug vor den Toren Wiens baut autochtone Rebsorten an – die muss man unbedingt probieren. Ein Genusstipp

Was sollten die Weinschwenker in dem beschaulichen Örtchen Gumpoldskirchen vor den südlichen Toren Wiens schon suchen? Das neu entstandene Gewerbegebiet? Die beschauliche Architektur? Wirklich nicht! Nein! Natürlich suchten wir nach Wein; nicht irgendwelchen Wein, sondern Sorten, die man abseits der ausgetretenen Weinpfade findet. Wir sprechen von autochtonen Sorten, also Rebsorten, deren Anbau sich auf ein ganz bestimmtes abgegrenztes Gebiet beschränkt. Meist uralte, nicht nur im Boden, sondern auch regional-kulturell verwurzelte Reben, deren Analogie zur regionalen Küche oft verblüffend ist.

Und in Gumpoldskirchen sind wir fündig geworden. Sind die Hänge in der Wachau, im Kamptal oder im Wagram voll mit Grünem Veltliner und Zweigelt, glänzt das Burgenland noch so hell mit dem Blaufränkischen; die Thermenregion hat ihren Rotgipfler und ihren Zierfandler und hält daran fest. Warum auch nicht. Autochtone Sorten liegen im Trend; manche davon, wie die Sangiovese-Traube im Chianti-Gebiet – oder der Nebbiolo im Piemont haben es zu Weltruhm gebracht. Doch haben Sie schon mal von diesen weißen Sorten aus der Thermenregion gehört? Vielleicht ja, aber auch schon mal probiert? Schon weniger wahrscheinlich. Und wir als Weinschwenker bringen die Botschaft mit: Probieren Sie! Probieren Sie die Weine reinsortig, probieren Sie sie in der Cuvée, kosten Sie trocken ausgebaute Exemplare oder welche mit Restsüße, welche aus dem Barrique und welche aus dem Stahlfass. Wir haben uns den „Gemischten Satz“, wie die Cuvée aus den beiden Rebsorten heißt, von Gustav Krug in seinem Zechhaus kredenzen lassen. Der hat es in sich, fast hätte er uns umgehauen. Teilweise im Barrique ausgebaut, mit feinen Holznoten und einem Cocktail aus tropischen Früchten, hat er neben seiner immensen Eleganz auch noch richtig Power. Ganz wichtig: Essen Sie dazu am besten regionale Spezialitäten aus der Heimat des Rotgipflers. Wir hatten so „weltbekannte“ Gerichte wie Blunsenradln mit Erdäpfeln und Kren oder Surfleisch mit Vogerlsalat. Alles was der Heurige so hergibt, passt eigentlich dazu. Und wenn man wirklich mal einen Roten zum Essen braucht, der Zweigelt Reserve steht auch hier parat.

Der Kreuzweingarten von Gustav Krug im Alten Zechhaus von Gumpoldskirchen hat uns so beeindruckt, dass wir die Lücken im Kofferraum damit gefüllt haben.

Das Weinschwenker Fazit: Gumpoldskirchen – Thermenregion. Überraschend, vielfältig und voller regionaler Spezialitäten wie der ganz eigene unverwechselbare „Gemischte Satz“. Das ist immer eine Entdeckungsreise wert.

Gut zu wissen Weingut Krug

Mit Leib & Seele:

Bis ins Jahr 1746 lässt sich die Geschichte des Weinguts Krug zurückverfolgen. Gesegnet mit dem besonderen Klima der Thermenregion, gedeihen auf Lehm- und Kalkböden in besten Lagen auf rund 34 Hektar um Gumpoldskirchen vielschichtige Weiß- und Rotweine.
Ein Besuch auf dem Familienbetrieb vor den Toren Wiens ist immer ein Erlebnis. Einzigartig ist das „Alte Zechhaus“, das seinem Namen alle Ehre macht. Wo, wenn nicht hier, lebt noch die traditionelle Heurigenkultur. Zu genießen gibt es köstliche Schmankerln der österreichischen Küche – und dazu, natürlich, den hauseigenen Wein.

Weingut Krug
Kirchenplatz 1, 2352 Gumpoldskirchen
Telefon: +43 (0) 2252 622 47

ALTES ZECHHAUS
Öffnungszeiten:
MO-FR 17:00 – 24:00 Uhr
SA, SO, FEI 11:00 – 24:00 Uhr
Weitere Infos auf der Winzerwebseite.

Auf zum Heurigen

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