Die Berliner Wein Trophy 2018 – eine Nachlese

Ein Blick hinter die Kulissen

Sie, werter Leser als Konsument sehen das Gütesiegel „Berliner Gold“ oder „Berliner Großes Gold“ vielleicht ab und an auf den Flaschen bei Ihrem Weinhändler oder im Regal Ihres Supermarktes? Auch Sie fragen sich, was denn dahinter steckt? Auch Sie hatten dabei schon mal Gedanken wie: Was sagt das denn schon aus oder geht da alles mit rechten Dingen zu? Ist es mir wirklich als Laie eine Hilfe bei der Kaufentscheidung?

Da wir als Weinschwenker dieses Jahr zum ersten mal als Juroren dabei waren, wollen wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen dieses Wettbewerbs nicht vorenthalten.

  1. Die Weine:
    • Jeder Winzer weltweit kann für ein Entgelt Proben zur Verkostung einschicken. In diesem Jahr waren es wieder ca. 6.000 Weine aus aller Herren Länder. Dabei waren Weißweine, Rotweine, Rosé Weine, Schaumweine, Botrytis Weine uvm.
  2. Die Jury:
    • Besteht aus ca. 155 Fachleuten, die sich aus Önologen/Winzern, Sommeliers, Weinhändlern, Gastronomen zusammen setzt.
    • An 26 Tischen zu je sechs Juroren mit einer/m Tischleiter/in werden die Weine blind verkostet. Man erfährt als Juror nur die Rebsorte/n und den Jahrgang, nicht aber den Namen des Weines, die Region oder den Hersteller.
  3. Die Bewertung:
    • Zu jedem Wein gibt der Juror eine Beurteilung anhand eines Bewertungsbogens ab. Hierbei werden visuelle Aspekte genauso bewertet wie sensorische Eindrücke der Nase und des Gaumens. Diese werden unterschiedlich gewichtet und zu einer Gesamtbeurteilung addiert. Insgesamt können theoretisch 100 Punkte vergeben werden. Die durchschnittliche Punktzahl pro Tisch ergibt die Wertung.
    • Ab 83 bis 84,99 Punkten erhält der Wein eine Silbermedaille. Er ist sauber gemacht, ohne Fehler, weist die typischen Merkmale der Rebsorte auf, ist gut strukturiert und insgesamt ein Wein von ansprechender Komplexität.
    • Ab 85 bis 91,99 Punkte erhält der Wein eine Goldmedaille. Er ist absolut fehlerfrei, sehr gut strukturiert, extraktreich, komplex, vielschichtig und in sich rund.
    • Ab 92 bis 100 Punkte erhält der Wein die Auszeichnung „Großes Berliner Gold“. Dazu ist eine absolute Finesse, eine sehr hohe Komplexität und Vielschichtigkeit sowie ein langer Nachhall notwendig. Insgesamt muss sich der Wein sehr deutlich von Massenprodukten abheben, in sich sehr ausgewogen sein, da wo angebracht auch rassig, temperamentvoll und muskulös, bei anderen wieder elegant und feingliedrig. Ein kleines Kunstwerk im Glas sollte es schon sein, wenn diese hohe Auszeichnung vergeben wird.

Letztendlich soll der Konsument durch das unabhängige Gütesiegel eine Hilfestellung beim Weinerwerb bekommen. Ob der Wein dann schmeckt, ist eine ganz individuelle Angelegenheit – eine Geschmackssache eben. Aber der Käufer soll sich darauf verlassen können, dass das Produkt von hoher Qualität ist und mindestens die oben genannten Standards erfüllt.

Wir als Weinschwenker fühlen uns geehrt, dabei gewesen zu sein. Gerne möchten wir an dieser Stelle dem Veranstalter, der Deutschen Wein Marketing GmbH, zu dem gelungenen Wettbewerb und der in unseren Augen absolut fairen, festen Regeln folgenden Bewertung gratulieren.

Allen Gewinnern von „Berliner Gold“ und „Berliner Großes Gold“ gratulieren wir von ganzem Herzen. Wir wissen, wieviel Arbeit und Risiko hinter jedem guten Wein steckt. Das verdient in jeder Hinsicht Anerkennung.

Eindrücke der Jurorentische:

Weinschwenkerin Yvonne Cornelius am Jury-Tisch 3 mit Kollegen aus Spanien, Tschechien, Italien, Korea und Deutschland

 

Jury-Tisch 16 mit Weinschwenker Gerhard Wagner zusammen mit Kollegen aus Portugal, Rumänien, Süd Korea, Kanada und Deutschland.

 

Edle Süßweine aus Frankreich/Sauternes. Rebsorten Semillion und Sauvignon Blanc. Vier davon erhielten eine Goldmedaille.

 

Die Weinschwenker reisen nach getaner Arbeit ab. Es hat Spaß gemacht und es war uns eine Ehre.

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